Eigentlich sollen Statistiken Realität deutlich machen. Aber man kann auch mit ihnen spielen. Wer kennt nicht den Rat, sich nur auf die zu verlassen, die man selbst gefälscht hat... Jedenfalls entsteht und existiert, absichtlich oder ungewollt, Spielmaterial, das dann, allseits zitiert und historisch fortgeschrieben, ein Eigenleben in Druck, Rechner und Regal entfaltet und sich dabei immer weiter von der Wahrheit der Realität entfernen kann.
Ein Blick auf die Angaben in der Übersicht ›Die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen‹ in Heft 1/1997 dieser Zeitschrift mag das bestätigen: Selbst einem geographisch ungebildeten Laien wird man zum Beispiel kaum erklären können, durch welchen Zufall sich die Philippinen haargenau über 300 000 Quadratkilometer Fläche erstrecken sollen.
Echt märchenhaft wird es aber erst bei den Bevölkerungszahlen, und man versteht gut, warum die Redaktion sich hier einerseits auf die Quelle (Monthly Bulletin of Statistics) beruft, andererseits aber auch angibt, daß es sich im allgemeinen um (teils grobe) Schätzungen handelt. Das deutlichste Beispiel dafür bietet das Königreich Bhutan