Menü

Kein Grund zum Feiern

Im 80. Jahr ihres Bestehens stehen die Vereinten Nationen unter großem Druck: Eine langanhaltende Liquiditätskrise, geopolitische Spannungen und globale Herausforderungen wie der Klimawandel erschweren ihre Arbeit massiv. Dieses Heft beleuchtet nicht nur den Zustand der Weltorganisation, sondern bietet auch neue Perspektiven für den Frieden und Reformvorschläge zur Stärkung der UN.

UN-Emblem. UN Photo: Manuel Elías

Es gibt wahrlich bessere Zeiten, um ein Jubiläum zu begehen. Im 80. Jahr der Vereinten Nationen gibt es nicht nur zu viele Krisen auf der Welt, die Weltorganisation selbst steckt in einer sich seit Jahren abzeichnenden Liquiditätskrise. Das bedeutet: Die UN können künftig weniger tun, und das mit weniger Mitteln. Das ist angesichts des voranschreitenden Klimawandels, des voraussichtlichen Verfehlens der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, der zahlreichen Konflikte und geopolitischen Spannungen sowie des Rückzugs der USA aus dem UN-System besonders dramatisch. In diesem Heft widmen sich die Autorinnen und Autoren dem DGVN-Jahresthema ›80 Jahre UN: Neue Perspektiven für den Frieden‹ und zeigen neben einer Zustandsbeschreibung Vorschläge auf, wie die Friedensmechanismen der UN verbessert werden können. Darüber hinaus freuen wir uns, dass wir mit dieser Ausgabe die neue Rubrik ›Aus dem Deutschen Bundestag‹ einführen, in der wir regelmäßig über die UN-Aktivitäten im deutschen Parlament berichten lassen.

Der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt war vor 80 Jahren der Hauptarchitekt bei der Gründung der Vereinten Nationen. Dagegen geht US-Präsident Donald Trump in seiner zweiten Amtszeit mit seiner Ablehnung der UN weiter als all seine Vorgänger, argumentiert Stephen Schlesinger. Angesichts der langjährigen Liquiditätskrise steht bei den UN erneut ein Reformprozess an, die ›UN80‹-Initiative. Diese sollte nicht nur auf Kosteneinsparungen zielen, so Max-Otto Baumann, Katja Hemmerich und Anna Novoselova, sondern Anlass sein, die UN institutionell und politisch neu aufzustellen. In der Rubrik ›Drei Fragen an‹ beantwortet die ab September der 80. Generalversammlung vorstehende Präsidentin Annalena Baerbock Fragen zur Zukunft der UN. In der Rubrik ›Stimmen zu‹ teilen Jakkie Cilliers, Rhoda Zündorf und Maya Ungar ihre Gedanken zum UN-Jubiläum. Fotini Zarogianni beobachtet, dass sich die Mittel der UN-Friedenssicherung sowie ihre Bedingungen im Laufe ihrer Geschichte stark gewandelt haben. Für deren Weiterentwicklung braucht es realistische Einschätzungen und pragmatische Ansätze. Die diesjährige Überprüfung der Architektur für UN-Friedenskonsolidierung findet in einem schwierigen geopolitischen Kontext statt. Die größte Herausforderung ist die seit Jahren sinkende Relevanz der Kommission für Friedenskonsolidierung (PBC), mahnen Cedric de Coning, Ingvild BroxBrodtkorb, Thor Olav Iversen und Jenny Lorentzen.