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Südafrika: Befreiungskampf und Revolution Anmerkungen zum Charakter des Konflikts

Zum ›Internationalen Jahr zur Ingangsetzung von Sanktionen gegen Südafrika‹ hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Jahr 1982 erklärt. Die Proklamation geht auf einen Beschluss des Ministerrats der Organisation der afrikanischen Einheit vom Juni 1981 zurück, der seinerzeit kurz nach Abschluss einer von den Vereinten Nationen in Paris veranstalteten ›Internationalen Konferenz über Sanktionen gegen Südafrika‹ zusammentrat. Die Tatsache, dass die Pariser Konferenz ohne Beteiligung der führenden Staaten des Westens stattfand, dass ebendiese Staaten auch gegen die Verkündung des Südafrika-Sanktionen-Jahres stimmten, dass sich schließlich grundsätzlich über den Nutzen von Sanktionen streiten lässt, darf nicht dazu führen, dass dem Apartheidsystem von der internationalen Politik im Schatten anderer Krisen eine Atempause gewährt wird. Die Brisanz des Problems, die Mitte 1976 so deutlich zutage trat, hat seither nicht abgenommen; Kenner der Lage sind sich in folgender Einschätzung einig: ›In Südafrika geht es nicht mehr um die Wahl zwischen einem langsamen und friedlichen Wandel oder einer gewaltsamen Revolution, sondern um die Wahl zwischen einem von periodischen Gewaltausbrüchen gekennzeichneten evolutionären Prozess oder einem langsamen und sicheren Abgleiten in den Bürgerkrieg‹. Vor diesem Hintergrund - und aus einer anderen Perspektive als sie Heribert Adam in Heft 6/1978 dieser Zeitschrift entwickelte - gibt der folgende Beitrag Einblick in die in den politischen Organisationen der schwarzen Mehrheit geführte Debatte über den Weg zur Überwindung der bestehenden Gewaltverhältnisse.

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