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Neue Weltordnung statt Neuer Weltwirtschaftsordnung Die Verfassung der Vereinten Nationen zu Beginn der Ära Boutros-Ghali

Vor dem Eingang zum ›Glaspalast‹ steht ein dunkelgrüner Mercedes. Stets gewienert, wie sich das für eine Chefkarosse geziemt. Die Ingredienzen für das Klischee von Macht und Einfluss scheinen zu stimmen. Doch der Schein trügt. Die deutsche Nobelmarke fährt der peruanische Nobelmann Javier Pérez de Cuéllar erst seit einigen Monaten; zuvor hatte er sich jahrelang mit einem Volvo als Dienstwagen begnügt. Ein kleiner Luxushappen zum Abgewöhnen, denn Ende 1991 scheidet er ja nach zehn Jahren aus dem Amt des UN-Generalsekretärs aus. Noch besser zum Klischee passt freilich das zumal in deutschen Medien so gern benutzte Wort vom ›Glaspalast‹, das so klingt, als regiere im Sekretariat der Vereinten Nationen der reine Protz. Von dem träumt man allenfalls. Auch das erhebende Gefühl der Wiedergeburt, von der seit einiger Zeit alle Welt redet, hat am Sitz der Weltorganisation keinen Übermut ausgelöst. Da man - übrigens genauso wie die Weltstadt New York, in der man Dauergast ist - von der Hand in den Mund leben muss, auch weil die inzwischen 166 Mitgliedstaaten der Organisation gut eine Milliarde Dollar schulden (davon allein das Gastland USA rund die Hälfte), können sich die UN den teuren Mercedes für ihren Spitzenmanager im Grunde nicht einmal leisten.

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