Philly Lutaya war in den achtziger Jahren der einzige international bekannte Popstar Ugandas. Als er im schwedischen Exil von seinen Ärzten erfuhr, daß er sich im Endstadium einer Aids-Erkrankung befinde, beschloß er, die ihm verbleibende Lebenszeit und Schaffenskraft in eine Aufklärungstournee in seinem Heimatland zu investieren. Mit seinen Liedern, geschrieben aus dem Gefühl der persönlichen Betroffenheit des Aids-Kranken, bestritt er seine Konzerte in der Hauptstadt Kampala. Lutaya, der erste ugandische Prominente, der sich öffentlich als Aids-Opfer bekannt hatte, ging aber auch ohne Make-up in Schulen, Gemeindezentren oder Dorfversammlungen. Er nutzte seine Popularität, um seiner Aids-Kampagne Gewicht zu verleihen. Bedenken hatte nur seine Plattenfirma, die um den Absatz fürchtete.