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Feuer des Verderbens, Feuer der Hoffnung Vereinte Nationen, IAEA und die umstrittene Rolle der Kernenergie in der Weltenergieversorgung

Welch denkwürdiger, hierzulande noch kaum registrierter Gegensatz: In den wohlstandsgesättigten Industrieländern eine wachsende Mehrheit, die das Höllenfeuer Kernenergie früher oder später gelöscht sehen will, in der Dritten Welt hingegen eine nahezu geschlossene Verehrung der Kernenergie als Feuer der Hoffnung. Und dabei befinden sich die Entwicklungsländer im Einklang mit den Vereinten Nationen und der zu ihnen gehörenden Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA). Weder die nukleare Katastrophe von Tschernobyl (Cernobyl' nach neuerer Umschriftung) noch das brasilianische Drama mit der Cäsium-Bombe hat diese positive Haltung ändern können, auch nicht der Entsorgungsskandal um die Hanauer Nuklearbetriebe und das belgische kerntechnische Zentrum in Mol, obschon diese Affäre ein bislang wenig beachtetes Risiko der Kernenergie ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit rückte: das Risiko der ungelösten Entsorgung der 417 Kernkraftwerke, die in aller Welt ihre Arbeit tun. Inzwischen hat der Skandal, und das wiegt noch schwerer, die alten Zweifel an der Wirksamkeit des internationalen Kontrollsystems gegen den militärischen Missbrauch der Kerntechnik erneut bekräftigt.

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