Im Fehlschlag der zweiten UN-Sondergeneralversammlung über Abrüstung im letzten Jahr spiegelte sich eine angespannte internationale Lage und das gegenseitige Misstrauen der großen Militärbündnisse wider - nicht etwa ein Versagen der Organisation der Vereinten Nationen. Freilich gilt auch hier, dass selbst eine Staatenmehrheit sich nicht voluntaristisch über Rahmenbedingungen hinwegsetzen kann, die die postulierte Gleichberechtigung zwischen den Nationen nach wie vor nur auf der formalen Ebene zulassen. Vor diesem Hintergrund erscheint es bemerkenswert, dass aus den Vereinten Nationen - trotzdem - immer wieder Initiativen kommen, die auf neue und konkrete Schritte zu dem verbal von jedermann akzeptierten Ziel der Abrüstung gerichtet sind. Eine ganze Serie von Studien und Berichten legt hiervon Zeugnis ab. Angesichts der Bedeutung und der Brisanz des Themas sollten diese Reports zweifellos einer sorgfältigen Überprüfung standhalten können; an dieser Stelle werden vier höchst aktuelle Gutachten einer kritischen Würdigung unterzogen. Der Verfasser war als erster Deutscher an einer Abrüstungs-Studie der Vereinten Nationen - dem 1976 vorgelegten Bericht zur Reduzierung der Militärhaushalte - beteiligt und hat auch (durch Einreichung einer einschlägigen Studie) an dem hier an erster Stelle behandelten Gutachten ›Abrüstung und Entwicklung‹ mitgewirkt.