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Der Niedergang des neokolonialen Staates in Afrika

Kein Zweifel, der neokoloniale ›Nationalstaat‹ in Afrika befindet sich in der Krise und im Zustand der Desintegration. Doch ist die Krise kein isoliertes, auf Afrika beschränktes Phänomen, sondern Teil einer Krise des Nationalstaats an sich. In Afrika ist die Krise besonders deutlich spürbar, weil hier die Nation eine recht schwache soziale Basis hat. Natürlich hat die mangelnde Stabilität des afrikanischen Nationalstaats ihre Wurzeln in seiner Entstehungsgeschichte. Das es sich hier um ein Produkt der europäischen Kolonisierung handelt, ist offensichtlich. Weniger offensichtlich ist manchmal, dass die bloße Existenz dieser Nationalstaaten heute im wesentlichen von denselben ökonomischen und politischen Kräften abhängt, die sie einst ins Leben gerufen hatten. Verwirrung herrscht deshalb, weil während der letzten zwei Jahrzehnte mit Hilfe der herrschenden europäischen und amerikanischen Ideologien versucht wurde, diese neuen Nationalstaaten zu idealisieren, indem man ihnen eine ›Modernisierungs‹-Rolle zusprach und davon ausging, dass sie nach demselben Grundmuster funktionieren könnten wie der europäische Nationalstaat, aus dem jene ja letztlich hervorgegangen sind.

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