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Ein Amt, viele Erwartungen

Die Wahl der Nachfolge von António Guterres zählt zu den bedeutendsten Personalentscheidungen der internationalen Politik. Welche Probleme bringt der Auswahlprozess mit sich? Was können wir aus der Amtszeit von António Guterres lernen? Und welche Erwartungen werden an die künftige Amtsinhaberin oder den künftigen Amtsinhaber in einer zunehmend fragmentierten Weltordnung gestellt? Diesen Fragen gehen die Autorinnen und Autoren in diesem Heft nach.

Blick ins Büro mit Ledersesseln, Bücherregal und Fensterfront mit Sicht auf die Skyline von Queens.
UN-Generalsekretär António Guterres in seinem Büro während einer virtuellen Sitzung. UN Photo: Manuel Elías

In diesem Jahr ernennen die Vereinten Nationen eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für das Amt des UN-Generalsekretärs – den »unmöglichsten« (Trygve Lie), »einsamsten« (U Thant) und zugleich »schwierigsten Job« (Kurt Waldheim) der Welt, wie ihn einige frühere Amtsinhaber beschrieben. Die Wahl der Nachfolge von António Guterres zählt zu den bedeutendsten Personalentscheidungen der internationalen Politik, denn Persönlichkeit, diplomatisches Geschick und politischer Gestaltungswille prägen maßgeblich die Rolle der UN – insbesondere in Krisenzeiten. Die Forderung nach einer Generalsekretärin wird von einer breiten Staatengruppe unterstützt. Gleichwohl ist bei dieser Entscheidung vor allem ausschlaggebend, auf wen sich die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats (P5) verständigen können. Welche Probleme bringt der Auswahlprozess mit sich? Was können wir aus der Amtszeit von António Guterres lernen? Und welche Erwartungen werden an die künftige Amtsinhaberin oder den künftigen Amtsinhaber in einer zunehmend fragmentierten Weltordnung gestellt? Diesen Fragen gehen die Autorinnen und Autoren in diesem Heft nach.

Das Auswahlverfahren wurde seit dem Jahr 2015 unter stärkerer Einbindung der UN-Generalversammlung transparenter gestaltet. Der aktuelle Auswahlzyklus wird zeigen, ob dieses Modell auch unter schwierigen politischen Bedingungen tragfähig bleibt, argumentiert Thibault Camelli. In der Rubrik ›Stimmen zu‹ stellen Sofia García García, Ekkehard Griep und Enyseh Teimory Forderungen an den Auswahlprozess und die neue Leitung der UN. Manuel Fröhlich und David Teiner bilanzieren die zehnjährige Amtszeit von UN-Generalsekretär António Guterres. Der Pressesprecher des UN-Generalsekretärs, Stéphane Dujarric, beantwortet die ›Drei Fragen an‹ zum seiner Meinung nach »notwendigsten« Job der Welt und zur Relevanz der UN. Und Arora Akanksha sieht die Vereinten Nationen an einem Scheideweg stehen: Statt immer neue Aufgaben zu übernehmen, sollten sie sich wieder auf ihren Gründungsauftrag konzentrieren. Der bevorstehende Wechsel im höchsten UN-Amt böte einer neuen Führung die besondere Chance, die Handlungsfähigkeit der UN wieder zu stärken.