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Zwischen Erfolg und Fehlschlag Die Friedensmissionen der Vereinten Nationen in Afrika

Verändert hat sich die ›afrikanische Agenda‹ in den Vereinten Nationen nach dem Ende des Kalten Krieges: Die über Jahrzehnte hinweg sozusagen klassischen Themen der politischen Entkolonisierung und des Südlichen Afrika sind abgeschlossen. Südafrika hat unter Präsident Nelson Mandela im letzten Jahr seinen Platz in der internationalen Staatengemeinschaft wieder eingenommen; der Übergang zu demokratischen Verhältnissen wurde von der Beobachtermission der Vereinten Nationen in Südafrika (UNOMSA) begleitet. Dieser geglückten friedlichen Lösung stehen teils seit langem schwelende, zunehmend gewaltsam ausgetragene innere Konflikte in einer Anzahl von Ländern des Kontinents gegenüber. Vor diesem Hintergrund wurde Afrika in den letzten Jahren zu einem Hauptschauplatz der friedenssichernden Operationen der Weltorganisation. Dies widerspricht durchaus der gängigen Aussage von der Vernachlässigung dieser Region durch die Weltpolitik; im Hinblick auf die Weltwirtschaft allerdings hat sie mehr denn je ihre Berechtigung. Mit der Operation in Somalia fand eine der aufwendigsten und teuersten Blauhelmmissionen in der Geschichte der UN statt. Und bereits vor drei Jahrzehnten kam es zu einem ebenso spektakulären wie umstrittenen Einsatz im damaligen Kongo, der Elemente der Friedenserzwingung aufwies und in der heutigen Debatte um das ›Peace-keeping‹ gleichsam als Vorläufer moderner, erweiterter Blauhelmeinsätze mit sogenanntem robustem Mandat wiederentdeckt wird. Heute ist Afrika in gewisser Weise zu einem Experimentierfeld für die pragmatische Erprobung und Weiterentwicklung von Konzepten und Instrumenten der Friedenssicherung geworden. Positive wie negative Erfahrungen beförderten dabei Lernprozesse in der Weltorganisation und trugen zur Ernüchterung sowie zu mehr Realismus in der aktuellen Debatte über die Weiterentwicklung der Friedenssicherung und bei der Auslotung der Möglichkeiten und Grenzen von Blauhelmeinsätzen bei. Von grundsätzlichem Interesse ist dabei auch die Zusammenarbeit mit regionalen Organisationen - im konkreten Fall mit der Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU) und der Wirtschaftsgemeinschaft der Westafrikanischen Staaten (ECOWAS).

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