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Vertrauensbildung in Mittelamerika Der Beitrag der Weltfriedensakademie zum Contadora-Prozess

Jegliches Vorgehen gegen nicaraguanische Häfen (insbesondere durch das Verlegen von Minen) unverzüglich einzustellen, hat der Internationale Gerichtshof am 10. Mai den Vereinigten Staaten durch eine einstweilige Anordnung aufgegeben (vgl. S.108f. dieser Ausgabe). Vorangegangen war ein Veto Washingtons im Sicherheitsrat am 4. April gegen einen Entschließungsentwurf Nicaraguas (Text: S.lll dieser Ausgabe, vgl. auch S.97f), fast auf den Tag genau zwei Jahre nach dem anlässlich der ersten Behandlung de Lage in Mittelamerika und der Karibik eingelegten US-Veto. Die krisenhafte Entwicklung in Zentralamerika, die sich auf der Ebene der Weltorganisation im diplomatischen Schlagabtausch zwischen den Vereinigten Staaten und Nicaragua widerspiegelt, hat Vermittler aus der Region auf den Plan gerufen. Bereits am 9.Januar 1983 hatten die auf der Insel Contadora zusammengekommenen Außenminister Mexikos, Kolumbiens, Panamas und Venezuelas zur Entspannung aufgerufen und ihre Vermittlung angeboten. In Resolution 530 (1983)2 hat der Sicherheitsrat diese ›Contadora-Initiative‹ unterstützt; die 38. Generalversammlung hat in Resolution 38/10 (Text: S.110 dieser Ausgabe) ihre ›entschiedene Unterstützung für die Contadora-Gruppe‹ erklärt.

Weniger im Rampenlicht der internationalen Öffentlichkeit als die Bemühungen der Contadora-Staaten stehen ergänzende diskrete Versuche, die Vertrauensbildung zwischen den Streitparteien zu fördern, auf sozusagen informeller Ebene. Hier kommt die ›Weltfriedensakademie‹ ins Spiel, die sich seit gut einem Jahr besonders der mittelamerikanisch-karibischen Konfliktzone widmet. Aus der folgenden Darstellung wird die spezifische Herangehensweise dieser Einrichtung deutlich, zugleich aber auch der Umfang des Konfliktpotentials, der Vermittlung so schwierig - und zugleich unabdingbar - macht.

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