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Rollenwandel der transnationalen Unternehmen

Auf unerwartete Weise sind die transnationalen Unternehmen kürzlich erneut ins Blickfeld der internationalen Öffentlichkeit gekommen: nicht um Konflikte zwischen ›Multis‹ und Entwicklungsländern ging es dieses Mal, sondern - anlässlich der amerikanischen Boykottmaßnahmen gegen das westeuropäisch-sowjetische Erdgas-Röhren-Geschäft - um Konflikte zwischen westlichen Industriestaaten. Kann der Staat, in dem die Zentrale eines transnationalen Unternehmens ansässig ist, über Filialen oder Tochtergesellschaften in die Politik anderer Staaten hineinwirken?, lautet hier die Frage. In dieser Kontroverse finden sich Anklänge an das zwischen Industriestaaten und Dritter Welt noch immer umstrittene Thema eines Verhaltenskodex für transnationale Unternehmen (über das diese Zeitschrift regelmäßig berichtet hat, siehe auch S. 175 dieser Ausgabe), speziell an die Frage des Spannungsverhältnisses zwischen transnationaler Geschäftspolitik und nationaler Gesetzgebung. Die Entscheidung der UN-Kommission für transnationale Unternehmen, die Arbeiten zur Vorbereitung eines Verhaltenskodex fortzuführen, und die jüngste transatlantische Kontroverse geben Veranlassung, sich mit den - in der Öffentlichkeit noch nicht so recht zur Kenntnis genommenen - Wandlungen der transnationalen Unternehmen zu befassen. Der folgende Beitrag ergänzt die früheren einschlägigen Aufsätze in der Zeitschrift (Hans Matthöfer, Zur Problematik Multinationaler Unternehmen. Studienkommission der Vereinten Nationen, VN 5/1973 S.153ff; Kari Tapiola, Die ›Multis‹: ein Thema für die Vereinten Nationen, VN 5/1978 S.15lff).

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