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Probezeit Deutschland im Sicherheitsrat (1995/96)

Als der Ständige Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen, Detlev Graf zu Rantzau, im Januar 1995 den deutschen Sitz im Sicherheitsrat einnahm, fand er eine Situation vor, die sich grundlegend von der der vorangegangenen deutschen Amtsperioden im Rat unterschied. Zuvor waren die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik insgesamt dreimal in dem mit der »Hauptverantwortung für die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit« betrauten UN-Hauptorgan vertreten gewesen; die Delegation Bonns nahm einen Platz als nichtständiges Mitglied 1977/78 und 1987/88 ein (siehe VN 2/1979 S.62f. und VN 2/1989 S.65), die Ostberlins 1980/81 (siehe VN 3/1982 S.lOlf.). Diese Zeiten waren noch von der Auseinandersetzung der Blöcke geprägt. Die Bundesrepublik stimmte, von wenigen Ausnahmen abgesehen, stets mit ihren Verbündeten in Washington, Paris und London; die DDR tat stets, was der Botschafter Moskaus tat da hätte es nicht einmal mehr einer Weisung vom Marx-Engels-Platz bedurft.

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