Menü

Neue Maßstäbe für die UN-Friedensmissionen Der Brahimi-Bericht und seine Folgen: eine Bestandsaufnahme

Lakhdar Brahimi, Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs für Afghanistan und früherer algerischer Außenminister, hat seit vielen Jahren herausgehobene Aufgaben für die Weltorganisation ausgeführt; häufig hatten sie unmittelbaren Bezug zu den UN-Friedensmissionen. Im März 2000 berief Generalsekretär Kofi Annan eine Expertengruppe unter Brahimis Vorsitz; ihr Auftrag war, eine umfassende Überprüfung der Aktivitäten der Vereinten Nationen im Bereich von Frieden und Sicherheit vorzunehmen und auf dieser Grundlage Vorschläge für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Friedenssicherungseinsätze zu unterbreiten. Im August des gleichen Jahres legte der Generalsekretär der Generalversammlung und dem Sicherheitsrat den Ergebnisbericht dieser ›Sachverständigengruppe für die Friedensmissionen der Vereinten Nationen‹ vor. Das in der englischen Fassung mehr als 70 Seiten umfassende Dokument wurde vom Sicherheitsrat, der im Rahmen des Millenniums- Gipfels auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs zusammentrat, und der Generalversammlung im September 2000 ausdrücklich begrüßt; der Rat und auch die Generalversammlung stellten zudem eine rasche Prüfung der 57 vorgelegten Empfehlungen in Aussicht. Der ›Brahimi-Bericht‹ hat seither die Diskussion um eine konzeptionelle Weiterentwicklung der Friedenseinsätze der UN maßgeblich bestimmt. Nach den Terrorschlägen des 11. September 2001 haben die Fragen von Weltfrieden und internationaler Sicherheit eine neue Dimension erhalten. Herkömmliche Konzepte und Strategien wurden relativiert und überlagert – politisch, planerisch und operativ – von Maßnahmen gegen den internationalen Terrorismus. Gleichwohl sind die UN weiterhin mit Friedensmissionen in Krisenregionen engagiert, und auch künftig dürften Mandate für Friedenssicherungseinsätze der Vereinten Nationen erteilt werden. Insofern ist ein sorgfältiger Blick auf die Verwirklichung der mit dem Namen Brahimis verbundenen Reformvorschläge angebracht.

Das könnte Sie auch interessieren


  • Generalsekretär

    Bericht für die 48. Tagung der GeneralversammlungGeneralsekretär

    01.12.1993
    Generalsekretär: Bericht für die 48. Tagung der Generalversammlung - Gedanken der ›Agenda für den Frieden‹ als Leitmotiv - Anforderungen an die Weltorganisation gewachsen - Unklares zur UN-Reform (22). mehr

  • Auf dem Bild sieht man UN-Blauhelme, die sich einem UN-Camp nähern

    UN-Blauhelme im Südsudan – Mission failed?

    16.11.2016
    In Sichtweite von UN-Blauhelmen kam es im Juli 2016 zu schweren Gewalttaten gegenüber der Zivilbevölkerung. Ein Gutachten attestiert den UN-Soldaten schweres Versagen beim Schutz von Zivilisten, UN-Sonderberater Adama Dieng warnt vor einem drohenden… mehr

  • Die Hammarskjöld-Tradition in der internationalen Politik

    Das Vermächtnis des zweiten UN-GeneralsekretärsDie Hammarskjöld-Tradition in der internationalen Politik

    20.12.2011
    50 Jahre nach dem Tod Dag Hammarskjölds ruft dieser Beitrag substanzielle Aspekte der vom zweiten Generalsekretär der Vereinten Nationen personifizierten Prinzipien globaler Verantwortung in Erinnerung. Überblicksartig werden einige von ihm… mehr

  • Reform der UN-Friedenssicherung

    Die Vorschläge der Hochrangigen Gruppe weisen den WegReform der UN-Friedenssicherung

    21.10.2015
    Drei schwierige Friedenseinsätze in den Jahren 2013 und 2014 – in Mali, Südsudan und Kongo – verdeutlichten, dass eine Überprüfung der UN-Friedenssicherung notwendig war. Die von Generalsekretär Ban Ki-moon eingesetzte Hochrangige Gruppe schlug in… mehr

  • Staaten als Reformbremser

    Generalsekretär: Bericht für die 53. GeneralversammlungStaaten als Reformbremser

    01.10.1998
    Generalsekretär: Bericht für die 53. Generalversammlung - Verbindlichkeiten größer als Kassenbestand - Zusammenhang von Frieden und sozialer Gerechtigkeit - Roter Faden Globalisierung. mehr