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Friedenssicherung: zentrale Funktion der Vereinten Nationen Rede des Bundesaußenministers vor der 33. UN-Generalversammlung (26. September 1978)

Die Bundesrepublik Deutschland führt gegenwärtig den Vorsitz in der Europäischen Gemeinschaft und der Europäischen Politischen Zusammenarbeit.

Ich spreche zunächst im Namen des Europa der Neun. Herr Präsident, unsere Welt ist im Übergang. Zwei Realitäten und Denkweisen stehen miteinander im Konflikt. Die eine Realität ist die Machtpolitik. Sie findet ihren Ausdruck in einem gigantischen militärischen Rüsten, das sich immer noch weiter steigert und auf mehr und mehr Regionen auch der Dritten Welt übergreift. Dahinter steht die überholte Vorstellung, dass ein Staat die eigenen Interessen am besten durch Gewalt und durch das Streben nach Vorherrschaft wahren und sichern kann.

Die zweite, die neue Realität, ist die globale Interdependenz. Alle Staaten sind heute angewiesen auf verlässlichen Zugang zum Markt des anderen, zur Technologie des anderen, zu den Rohstoffen des anderen. Sie brauchen Wachstumsimpulse durch das Wachstum des anderen, brauchen Zusammenarbeit im Kampf gegen den internationalen Terrorrismus, brauchen Zusammenarbeit zum Schutze des bedrohten ökologischen Gleichgewichts. Das alles lässt sich in unserer komplexen Welt nicht durch Machtpolitik erlangen. Gewalt bedeutet Chaos und Vernichtung, Knechtschaft und Unfreiheit für alle. Eine für alle vorteilhafte Kooperation dagegen entsteht allein durch eine Ordnung, die von allen Staaten getragen wird, weil alle Staaten sie als gerecht anerkennen und zu ihrer Gestaltung aus eigenem Interesse beitragen.

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