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Friedenseinsätze der UN in Afrika Bilanz, Lehren und (mangelnde) Konsequenzen

Mit den Einsätzen ihrer Blauhelmsoldaten entwickelten die Vereinten Nationen während des Ost-West-Konflikts ein neuartiges Instrument, das auf der Zustimmung der Konfliktparteien aufbaute und eine Stabilisierung vorläufig beruhigter Konfliktkonstellationen erreichen sollte. Interessanterweise hat diese herkömmliche, konsensorientierte Art der Friedenssicherung in der Zeit der Blockkonfrontation in Afrika keine Rolle gespielt. Unter den 15 Operationen, die zwischen 1948 und 1988 weltweit durchgeführt wurden, gab es nur eine Mission auf diesem Kontinent: den Einsatz der Vereinten Nationen im Kongo (Opération des Nations Unies au Congo, ONUC), mit dem zwischen 1960 und 1964 bis zu 20 000 Mann ins vormalige Belgisch- Kongo entsandt wurden. Obwohl die völkerrechtliche Legitimation dieses Engagements äußerst umstritten war, stellte es doch de facto eine Zwangsmaßnahme dar. Der Kongo-Einsatz wurde allgemein sehr skeptisch beurteilt; zudem gerieten die Vereinten Nationen in seinem Verlauf in eine schwere Zerreißprobe. Diese Negativerfahrungen waren zu einem guten Teil dafür verantwortlich, daß sich die UN ein Vierteljahrhundert lang nicht mehr mit Blauhelmen auf dem afrikanischen Kontinent engagierten.

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