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Die Welthandelsordnung im Spiegel des Protektionismus Pragmatismus statt konzeptioneller Weitsicht

›Protektionismus‹ ist zu einem modernen Schlagwort geworden. Politiker, Diplomaten und Geschäftsleute pflegen es im negativen Sinne zu gebrauchen, wenn der eigene Handlungsspielraum eingeschränkt wird, und positiv, wenn es die kurzfristigen Eigeninteressen zu verteidigen gilt. Der Begriff hat also eine emotionale Schlagseite aus dem Blickwinkel des unmittelbar erkennbaren Eigennutzes. Längerfristige Konsequenzen werden kaum je ins Kalkül einbezogen. Dies zeigt eine der landläufigen Definitionen. Nach Meyers Enzyklopädischem Lexikon ist Protektionismus ›die zusammenfassende Bezeichnung für eine Wirtschaftspolitik, speziell eine Außenwirtschaftspolitik, die dem Schutz der Binnenwirtschaft oder von Teilen der Binnenwirtschaft vor ausländischen Konkurrenten dient.‹

Als Ziele einer solchen Wirtschaftspolitik werden Vollbeschäftigung, die Erreichung einer weitgehenden Autarkie aus politischen Gründen sowie der Schutz der inländischen Industrie oder Landwirtschaft genannt. Instrumente sind Zölle, Kontingentierungen, Devisenbewirtschaftung sowie Einfuhrregulierungen oder -verböte.

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