Menü

Der Ost-West-Gegensatz darf nicht auf den Süden übergreifen Rede des Bundesaußenministers vor der 36. UN-Generalversammlung (23. September 1981)

›Herr Präsident, seit nunmehr einem Jahrzehnt ist die Weltwirtschaft in einer Umstellungskrise: Inflation, Rezession, Arbeitslosigkeit in den Industriestaaten und vor allem: Stillstand, ja Rückgang der ProKopf-Einkommen in vielen Entwicklungsländern. Die Not der Armen in der Dritten Welt nimmt zu. Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung rapide weiter. Von 4,5 Milliarden steigt sie in den nächsten 20 Jahren auf etwa 6,5 Milliarden. Für 2 Milliarden Menschen - das entspricht der Bevölkerung von 2 000 völlig neuen Millionenstädten - müssen also Nahrung, Kleidung und Wohnung, Schulen und Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Menschheit steht als Ganzes vor großen globalen Herausforderungen. Und doch - dies ist das Bestürzende -, nicht diese Probleme stehen im Mittelpunkt der Weltpolitik und des Weltinteresses. Die Schlagzeilen der Weltpresse künden vielmehr von Rüstungswettlauf und Spannungen zwischen den Staaten, von Krieg, Bürgerkrieg, Intervention.‹

Das könnte Sie auch interessieren


  • Mit Vernunft und Leidenschaft für den Frieden

    Rede des Bundeskanzlers vor der zwölften UN-Sondergeneralversammlung (14. Juni 1982)Mit Vernunft und Leidenschaft für den Frieden

    01.08.1982
    ›Herr Präsident! Diese Versammlung tritt in einem Augenblick zusammen, in dem in vielen Regionen der Welt Menschen dem Krieg zum Opfer fallen. In Afghanistan, in Kamputschea, im Süd-Atlantik und im südwestlichen Afrika, im Iran und Irak und im… mehr

  • Frieden schaffen mit immer weniger Waffen

    Rede des Bundesaußenministers vor der 38. UN-Generalversammlung (29. September 1983)Frieden schaffen mit immer weniger Waffen

    01.12.1983
    ›Vor zehn Jahren wurde die Bundesrepublik Deutschland Mitglied der Vereinten Nationen. Außenminister Walter Scheel sagte damals an diesem Platz: ›Der Friede kommt an erster Stelle. Die Zeit ist vorbei, in der die Völkergemeinschaft sich damit abfand,… mehr

  • Für eine umfassende politische Sicherheitspartnerschaft

    Rede des Bundeskanzlers vor der zehnten UN-Sondergeneralversammlung (26. Mai 1978)Für eine umfassende politische Sicherheitspartnerschaft

    01.06.1978
    ›Für mein Land und seine Bürger sage ich: Wir wünschen uns - und wir tun alles in unserer Kraft Stehende -, dass die Völker dauerhaft zum Frieden finden. Wir wünschen dies, weil wir unter der Erfahrung von zwei Weltkriegen mit ihren millionenfachen… mehr

  • Für eine Weltordnung der Gleichberechtigung

    Rede des Bundesaußenministers vor der 32. UN-Generalversammlung (29. September 1977)Für eine Weltordnung der Gleichberechtigung

    01.10.1977
    ›Wir sind zusammengekommen, um eine Welt, die geteilt ist durch ideologische Gegensätze, getrennt durch eine Kluft zwischen armen und reichen Nationen, zerrissen durch eine Vielfalt von Konflikten - um diese Welt ein Stück voranzubringen auf dem… mehr

  • Frieden, das heißt unsere Welt menschlich machen

    Rede des Bundesaußenministers vor der 42. UN-Generalversammlung (24.September1987)Frieden, das heißt unsere Welt menschlich machen

    01.02.1988
    ›Herr Präsident, die Hauptaufgabe der Vereinten Nationen ist es, den Frieden zu wahren und zu schützen. Wir beginnen diese Generalversammlung mit hoffnungsvollen Zeichen für ein neues Denken im West-Ost-Verhältnis und bei der Abrüstung. Und doch ist… mehr