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Dabeisein ist noch nicht alles Die NGOs in den Vereinten Nationen: Akteure, Kritiker, Nutznießer

Im Februar 1993 beschloss der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC), seine gegenwärtigen Konsultativbeziehungen zu nichtstaatlichen Organisationen (nongovernmental organizations, NGOs) einer grundsätzlichen Überprüfung zu unterziehen. Die Untersuchung soll nicht zufällig bis 1995, zum Fünfzigjahres-Jubiläum der Vereinten Nationen, abgeschlossen sein. Sie ist im Zusammenhang mit der umfassenderen Diskussion um eine Reform der Vereinten Nationen und eine Neubestimmung ihrer Stellung in der sich herausbildenden ›neuen‹ Weltordnung zu sehen. Ob Nichtregierungsorganisationen, wie die NGOs auch häufig im deutschen Sprachgebrauch genannt werden, dabei künftig eine größere Rolle spielen werden, ist trotz ihrer spürbaren Aufwertung in den letzten Jahren, nicht zuletzt im Rahmen der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) von Rio de Janeiro 1992, derzeit noch ungewiss. Zwar lassen viele Regierungen keine Gelegenheit aus, die wichtige Rolle von NGOs für die Arbeit der UN zu betonen, doch zeigt eine genauere Analyse, dass zwischen der wohlwollenden Rhetorik der Regierungen und ihrer politischen Praxis erhebliche Differenzen bestehen. Aber auch innerhalb der NGO-Gemeinde sind Interessen und Selbstverständnis so unterschiedlich, daß Hoffnungen, eine stärkere Beteiligung von NGOs werde automatisch zu mehr Demokratie in den Vereinten Nationen führen, sich in jedem Fall als voreilig erweisen.

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