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Albanien und die Weltorganisation

Die kleineren Länder haben allen Grund, die Treffen der Großmächte mit Misstrauen und Vorbehalt zu betrachten. Diese nämlich haben im kleinen Kreis oft Beschlüsse gefasst, die dem Willen und den Interessen der Völker völlig widersprachen. Albanien hat in dieser Hinsicht besonders bittere Erfahrungen machen müssen. Internationale Instanzen wie der Berliner Kongress von 1878 in der Epoche der Orientalischen Krise oder die Londoner Konferenz von 1913 während der Zeit der Balkankriege haben Albanien großes Unrecht zugefügt, das schwer auf seiner Geschichte lastet. Man kann die Vergangenheit und die Gegenwart Albaniens nur verstehen, wenn man sich vorher zumindest in groben Zügen ein Bild vom Verhalten und den Willkürmaßnahmen der Großmächte in der albanischen Frage gemacht hat. Das ›Mächtekonzert‹, wie es insbesondere zum Zeitpunkt der Unabhängigkeitserklärung Albaniens im Jahre 1912 und speziell während der Londoner Konferenz, die sich hauptsächlich mit der Untersuchung dieser Frage beschäftigte, aufspielte, verletzte auf brutalste Weise das Nationalitäten- und das Selbstbestimmungsprinzip, sowohl im Hinblick auf die Organisation des albanischen Staates als auch auf die Festsetzung seiner Grenzen.

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